TSUM-Valley das verborgene Tal
Von Manfred Härtl | 3. Mai 2011 | Kategorie: Nepal | 3 Kommentare
Im April besuchte ich erstmals das TSUM-Valley in Nepal. Das verborgene Tal war bis 2007 für Trekker gesperrt. Das Tal liegt zwischen Manaslu und Ganesh-Himal an der tibetischen Grenze.
Ich war mit Andrea Rupprecht (von ihr sind auch alle Fotos) und Erika Kurz unterwegs. Als Guide begleitete uns Guman und als Koch Subedi. Träger waren Santos und Osok.
Mit einem Landcruiser fahren wir von Kathmandu nach Arugat. Die ersten 3 Stunden ist die Straße geteert — dann geht es 4 Stunden Off Road über eine Schüttelpiste.
Die erste Übernachtung in Arugat erfolgt in einem kleinen Hotel. Von Arugat folgen wir die nächsten 3 Tage dem Buri Gandaki nach Norden. Es ist sehr heiß und ständig geht es Auf und Ab. Die Tour ist sicherlich nur gut trainierten Trekkern vorbehalten. Die Zwischenübernachtungen sind in Soti Khola, Macha Khola und Jagat.
Von Jagt geht es noch einen halben Tag am Buri Gandaki entlang — dann hinauf nach Lokpa — erstes Haus im unteren Tsum Valley. Hier schlafen wir in Zelten und sitzen am Abend in der Hütte beim Abendessen mit Bier.
Ich halte mich bei dieser Tour natürlich wieder an meine Mountainmedizin — habe deshalb bei dieser Tour keinerlei Probleme. Leider hat Subedi unterwegs einen Liter Medizin verloren — es war ein kleines Loch im Plastikkanister. Aber es war genügend da.
Zwischen Rhododendron — engen Schluchten — schönem Wald geht es nun auf steilen Wegen hinauf nach Chumling. Hier erleben wir dann erstmals die tibetischen Menschen und Häuser. Die Felder sind schön grün und wir sehen Weizen– und Gerstefelder — die Apfelbäume blühen. Wir wohnen in der ersten und einzigen Lodge im Tsum Valley.
Nun folgt eine schöne Wanderung durch kleine Dörfer und zwischen Feldern Richtung Chokangparo. Unterwegs treffen wir immer freundliche Tibeter — haben Spaß mit den Kindern. Auf halber Strecke gibt es die obligatorische Nudelsuppe — von Subedi in einem Bauernhaus gekocht. Nach der Mittagspause geht es 2 Stunden steil nach Chokangparo hinauf.
Hier in Paro erwartet uns nun endlich das Tsum Valley — das verborgene Tal. Bisher ging es meistens in engen Schluchten hinauf. Aber nun sind wir in einem Hochtal. Ein interessanter Ort mit vielen tibetischen Häusern. Wir finden eine nette Bäuerin, die uns aufnimmt. Sie hat einen großen Raum unter dem Dach zu einem Lager hergerichtet. In der Küche wird von Subedi gekocht, wir sitzen auch mit in der Küche und haben viel Spaß mit den Kindern und Erwachsenen. Zu unserer Überraschung gibt es Lhasa Bier. Viele Sachen werden im Tsum Valley aus Tibet über den Pass geliefert.
Am nächsten Tag wandern wir im Hochtal ohne große Steigungen nach Chule-Nile. Rechts erhebt sich der Ganesh Himal und Links der Sringi Himal. In Nile wohnen wir wieder bei Bauern ganz einfach. Auf die Frage: Wo ist eine Toilette? Antwort: Durch das Tor auf den Acker.
Im Tsum Valley gibt es noch keine Lodges und Teehäuser — alles ist noch sehr ursprünglich und sehr einfach. Die Tour ist nur für Trekker geeignet, die gute Kondition haben und mit einfachsten Verhältnissen zu Recht kommen. Dafür erlebt jeder eine ursprüngliche Landschaft, sehr nette und freundliche Tibeter und wird mit viel Freundlichkeit entschädigt.
Von Nile wollen wir am nächsten Morgen noch in 2 Stunden zur Mu Gompa aufsteigen. Leider war an diesem Tag das Wetter nicht sehr gut. Anfangs starker Nepel und später fing es auch noch zu regen an.
Unterwegs besuchen wir noch Rachen Gompa — ein Frauen Kloster — wird im Moment groß ausgebaut. Wir haben das Glück, dass wir im Kloster an einer Puja (Gebetsstunde) teilnehmen können.
Nachmittags erreichten wir wieder Chhokangparo und wohnten wieder bei unserer “Ramro Sauni” — schönen Wirtin. Sie hat sich sehr gefreut, dass wir nochmals übernachten. Immerhin kann sie mit uns ein wenig Geld verdienen und Lhasa Bier verkaufen.
Der letzte Tag im Tsum Valley bringt uns noch nach Ripchet. Ein interessanter Ort aber wieder ohne Lodge. Guman findet wieder eine Bäuerein die uns aufnimmt — ich schlafe in dieser Nacht neben dem Haus im Heuschober — super geschlafen und am Morgen den Sonnenaufgang im Ganesh Himal aus dem Heu erlebt.
Von Ripchet steigen wir zum Buri Gandaki hinunter und folgen dem Fluss wieder 3 Tage bis nach Arugat. Das letzte Stück von Soti Khola nach Arugat fahren wir mit einem Landcruiser und sparen uns einige Stunden auf der Straße zu laufen.
Eine Übernachtung in Arugat und dann geht es im Landcruiser in 6 Stunden nach Patan zurück.
Die Tour war sehr interessant — aber auch anstrengend. Insgesamt kann ich nach 27 Jahren Nepal sagen:
Ich habe ein ursprüngliches Nepal — oder besser gesagt Tibet erlebt, so wie ich es zum Teil früher noch kennen lernen durfte. Allerdings muss man mit einfachsten Verhältnissen zu Recht kommen.
Hier unser Programm für eine Trekkingtour ins TSUM-Valley.
Hier die Fotos von Andrea Rupprecht:
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Bravo, ein sehr schöner Reisebericht. Da bekomme ich wieder Lust auf Nepal.
Falls die körperlich Beanspruchung für mich noch zu bewältigen ist.
Hut ab für die super Fotos von Andrea, da wünsch’ ich mir noch mehr.
Vielleicht beim diesjährigen Nepaltreffen?
Gruß Karl
Hallo Mane,
das TSUMValley hört sich wunderbar an. Wirst Du es in Dein Programm aufnehmen?
Wenn ja, dann lass es mich bitte wissen!
Viele Grüße aus Aachen
Andrea
Hallo Andrea,
das Programm ist schon lange auf unserer Webseite.
Siehe: http://www.trekking24.com/tsum_valley.html
Ich werde in Kürze das Programm etwas anpassen.
Am 13./15.08.2011 bin ich in Aachen. Vielleicht klappt es dass wir uns treffen.
Herzliche Grüße
Mane