Meraner Höhenweg

3. Juli 2011

Heute bin ich mit mei­ner Frau Gisela nach Süd­ti­rol gefah­ren um auf dem Meran­er­hö­hen­weg zu wandern.

Über Mün­chen – Gar­misch – Reschen­pass geht es nach Rab­land bei Part­schins. Hier habe ich eine Feri­en­woh­nung auf dem Niedereben-Bauernhof gebucht, da nach der Tour unsere Toch­ter Kat­rin mit Roland und Toch­ter Frida nachkommen.

Das Auto bleibt am Bau­ern­hof ste­hen und wir gehen in 1 Stunde zur Texel­bahn. In weni­gen Minu­ten sind wir auf dem Gig­gel­berg 1.565 m und machen dort ein Rast. Um 17 Uhr star­ten wir die Tour. Die erste Stunde geht es schön auf dem Höhen­weg mit leich­ten Auf und Ab nach Horch­forch. Doch danach kommt ein Abschnitt wie in Nepal. Unzäh­lige Stu­fen hin­un­ter und wie­der hin­auf. Ich habe schon über­legt, das Mera­ner Land zu ver­kla­gen – von wegen schö­ner Höhen­weg. Aber nach wei­te­ren 1,5 Stun­den ist auch die­ser Abschnitt geschafft und wir kom­men zum Pirch­hof 1.445 m. Hier ein gepfleg­tes Weiß­bier und ein lecke­rer Kai­ser­schmarrn zum Abend­es­sen.  Ab 22 Uhr gehen wir öfters auf die Ter­rasse und beob­ach­ten die Berg­feuer in der Umge­bung anläß­lich des “Herz Jesu Sonn­tag”. Schö­nes Zwei­bett­zim­mer im alten Bauernhof.

 

S1130003.JPG 4.  Juli 2011

Ein her­vor­ra­gen­des Früh­stück und Traum­wet­ter erwar­ten uns heute. Der Weg führt an vie­len Höfen vor­bei und wir haben schöne Aus­bli­cke in den Vinsch­gau. Bis zur Mit­tags­pause in Kop­fron gibt es nur eine Jau­sen­sta­tion in Inn­er­forch 1.470 m. Hier auf der Ter­rasse über Naturns ein Rad­ler und dann gehen wir wei­ter. Bei Lint bie­gen wir in das Schnal­s­tal ab. Unser geplan­tes Mit­tag­es­sen auf dem Dick­hof 1.709 m ent­fällt wegen Umbau. Also wei­ter bis Kop­fron 1.436 m. Hier ist die Bäue­rin wegen vie­ler Gäste etwas über­for­dert. Wir machen nur flüs­sige Rast und gehen dann wei­ter. Bald taucht in der Ferne Katha­rina­berg 1.245 m auf. Aber es zieht sich doch noch hin bis wir das Dorf errei­chen. Rast und Brot­zeit im Gast­haus Schnals­burg. Nun müs­sen wir noch 1 Stunde hin­auf zu unse­rem Bau­er­hof. Wir woh­nen auf dem Unter­ver­natsch­hof 1.500 m. Unser Zim­mer im 600 Jahre alten Bau­ern­hof ist auch so alt – aber sehr schön. Die Bäue­rin begrüßt uns freund­lich uns sagt: Getränke ste­hen im Auf­ent­halts­raum und mor­gen rech­nen wir ab. Wir sit­zen auf der Veranda und genies­sen Weiß­bier und Rad­ler. Zum Abend­es­sen in der alten Stube gibt es eine leckere Suppe und dann Sau­er­kraut mit Wurst und Kar­tof­feln. Wir tref­fen hier eine kleine Gruppe aus unse­rer Gegend – Kir­chen­thum­bach und Nürn­berg. Bei Rot­wein sit­zen wir lange auf der Veranda und beob­ach­ten das schwere Unwet­ter drau­ßen im Vinsch­gau. Spä­ter hören wir, dass im Mar­tell­tal und im Ulten­tal schwere Unwet­ter mit Muren­ab­gän­gen waren. Im alten Bau­er­hof füh­len wir uns sicher.

 

S1140001.JPG 5. Juli 2011

Wie­der ein sehr gutes Früh­stück stärkt uns für den heu­ti­gen Tag. Ein inter­es­san­ter Wan­der­weg ober­halb des Schnal­s­ta­les bringt uns in das Pfos­sen­tal und nach Nase­reith. Hier eine Trink­pause bevor es wei­ter nach Vor­der­ka­ser zum Gast­hof Jäger­rast 1.693 m geht. Hier gibt es eine bekannte Käse­rei. Eine gute Speck­knö­del­suppe stärkt uns für den wei­te­ren Weg ins Pfos­sen­tal. Das Tal wei­tet sich und es ist hier schön zu wan­dern. Vor­bei am Mit­ter­ka­ser (schön Alm mit Jau­sen­sta­tion) gehen wir bis zur Rableid­alm 2.004 m. Wir sit­zen im Gar­ten vor dem uri­gen Alm – hier gibt es auch Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten – aber total aus­ge­bucht. Wir haben aber schon vor Wochen im Eis­hof reser­viert. Nach der Stär­kung star­ten wir zu letz­ten kur­zen Etappe bis zum Eis­hof 2.071 m. Die Wir­tin gibt uns ein Dop­pel­bett im 6-Bettzimmer. Bis zum Abend­es­sen sit­zen wir vor der Alm – teils noch in der Sonne. Das Abend­es­sen ist wie­der lecker und wir sit­zen in der Stubn noch mit ande­ren Gäs­ten zusam­men. Um 22 Uhr ist Bett­ruhe. Aber ich habe noch keine Lust zu gehen – ebenso ein Baden-Württemberger. Die Wir­tin gibt uns noch Wein und sagt: Setzt Euch in die kleine Stube da stört ihr nie­mand. Wir unter­hal­ten uns hier noch lange auch über Nepal. Viel­leicht kommt er mal mit.

 

 S1140006.JPG6. Juli 2011

Wie­der mit einem guten Früh­stück gestärkt geht es heute auf die Königs­etappe. Zuerst wei­ter im Tal gemüt­lich auf­wärts bevor der Anstieg zum Eis­jöchl 2.895 m war­tet. Ohne große Stei­gun­gen stei­gen wir in 3 Stun­den zum Eis­jöchl hin­auf. Kurz vor dem Pass müs­sen wir eini­ge­male über klei­nere Schnee­fel­der. Es geht aber alles ohne Pro­bleme. Vom Eis­jöchl herr­li­che Aus­bli­cke Rich­tung Pfos­sen­tal und Rich­tung Pfel­ders. Wenige Meter hin­un­ter und wir sit­zen vor der Stet­ti­ner Hütte 2.875 m. Ein Weiß­bier und eine Speck­knö­del­suppe war­ten auf mich.

Nun heißt es zu ent­schei­den wie es wei­ter­ge­hen soll. Unser Plan ist: Auf der Stet­ti­ner Hütte über­nach­ten und am nächs­ten Tag von hier zu den Spron­ser Seen zu wan­dern. Aber für den nächs­ten Tag ist schlech­tes Wet­ter ange­sagt und Gisela meint es ist bestimmt nicht schön, wenn wir mor­gen 6 Stun­den im Regen lau­fen müs­sen. Von der Stet­ti­ner Hütte bis zu den Spron­ser Seen gibt es keine Unter­stell– oder Einkehr-Möglichkeit. Wir beschlie­ßen also abzu­stei­gen. Steil geht es nun 1.200 m hin­un­ter nach Pfel­ders. Ich habe mir in der Hütte einige Tele­fon­num­mern auf­ge­schrie­ben. Und unter­wegs ver­sucht ein Zim­mer zu bekom­men. Erst auf der Lazin­ser Alm 1.782 m hatte ich Glück eine Pen­sion zu bekom­men. Hier auf der Alm eine Stär­kung und dann den letz­ten Abschnitt bis Pfel­ders hin­un­ter. In Pfel­ders 1.628 m ange­kom­men merke ich meine kaput­ten Knie und bin froh dass der heu­tige Tag zu Ende ist. Wir woh­nen wun­der­schön in der Pen­sion Ros­ma­rie. Klei­ner Dorfrund­gang und Abend­es­sen in einem Gast­hof. In der Bar unse­rer Pen­sion dann noch Rot­wein und anschlie­ßend Super geschlafen.

 

S1140010.JPG 7. Juli 2011

Nach dem tol­len Früh­stück sieht das Wet­ter nicht so beson­ders aus. Wahr­schein­lich war unsere Ent­schei­dung rich­tig. Wir gehen wei­ter auf dem Mera­ner Höhen­weg und nach einer Stunde beginnt es zu reg­nen. Glück­li­cher­weise ist ein der Nähe eine Gast­stätte und wir war­ten dort bis es auf­hört. Tat­säch­lich dau­ert der Regen nicht lange und wir gehen wei­ter. Ab Außer­hütt 1.4547 m geht es nun im Wald wei­ter auf und ab. Die­ser Abschnitt gefällt mir nicht so gut, da wir fast nur im Wald lau­fen und nichts sehen kön­nen. Mit­tags errei­chen wir Ulfas 1.328 m – hier gibt es keine Ein­kehr und darum müs­sen wir noch wei­ter bis Christl 1.132 m. Auf dem Unter­christl Hof gibt es eine Jau­sen­sta­tion. Hier trin­ken wir etwas und beschlie­ßen dann nach St. Mar­tin im Passei­er­tal abzu­stei­gen, da nach der Karte der Weg über­wie­gend im Wald wei­ter­geht. Sehr steil geht es nach St. Mar­tin hin­un­ter – ich merke meine Knie wie­der. In St. Mar­tin geht Gisela in die Tou­rist­info und wir bekom­men eine ein­fach gute Pen­sion. Zum Abend­es­sen gehen wir in das Brau­ho­tel Mar­ti­ner­hof und ich stärke mich mit einem Steak und gutem Bier aus der ein­zi­gen Haus­braue­rei Südtirols.

 

S1150006.JPG 8. Juli 2011

Nach dem wie­der guten Früh­stück las­sen wir die Wan­de­rung gemüt­lich aus­klin­gen und wan­dern an der Pas­ser ent­lang bis nach Salt­aus. Von hier nun mit dem Bus nach Meran und wei­ter mit dem Zug nach Rab­land. Am Nach­mit­tag ist dann die Wan­de­rung auf dem Mera­ner Höhen­weg zu Ende. Das Wet­ter am 7. Juli war doch nicht so schlecht wie gemel­det und wir hät­ten schon über die Spron­ser Seen gehen kön­nen. Aber das holen wir noch nach. Ins­ge­samt kann ich sagen es war doch eine schöne Tour – wenn ich auch anfangs geschimpft habe. Wer diese Tour gehen will, soll unbe­dingt die Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten vor­bu­chen, das über­all doch ziem­lich voll war. Essen und Schla­fen war über­all hervorragend.

Am spä­ten Nach­mit­tag kom­men dann Kat­rin, Roland und Frida auf dem Bau­ern­hof an. Wir haben eine tolle Feri­en­woh­nung mit 2 Schlaf­zim­mern und einem Wohn­be­reich mit Küche. Die Bäuer­ein Lisa macht uns zum Abend­es­sen eine leckere Platte mit Süd­ti­ro­ler Spe­zia­li­tä­ten vom Hof mit Bier und Wein.

 

S1150002.JPG 9. – 12. Juli 2011

Die nächs­ten Tage ver­brach­ten wir in der Umge­bung von unse­rem Bauernhof.

Am Sams­tag 09. Juli waren wir in Meran unter­wegs. Roland musste Geo-Cache suchen – auch die nächs­ten Tage.

 

Der Sonn­tag 10. Juli führte uns zum Was­ser­fall von Part­schins und Nach­mit­tag zum Eis­es­sen nach Partschins.

 

Am Mon­tag 11. Juli tra­fen wir uns um 10 Uhr an der Texel­bahn mit Dora vom Hotel Wald­hof in Völ­lan. Sie war schon oft mit uns in Nepal und wollte die nächste Tour im Herbst bespre­chen. Wir fuh­ren mit der Texel­bahn nach Gig­gel­berg hoch und wan­der­ten nach Hoch­forch. Hier Mit­tags­pause und dann zurück nach Gig­gel­berg und mit der Seil­bahn hin­un­ter nach Part­schins. Anschlie­ßen lud uns Dora noch in ihr Hotel “Der Wald­hof” in Völ­lan ein.

 

Am Diens­tag 12. Juli war dann die Abreise. Kat­rin mit Roland und Frida fuh­ren wei­ter nach Öster­reich. Gisela und ich fuh­ren nach Mün­chen und waren noch bis Don­ners­tag in Mün­chen beim Bier­gar­ten tes­ten und im Kon­zert mit Ringo Star.

 

10 schöne Tage waren bald vorbei.

 

Hier einige Bil­der von der Tour:

Am Eingang zum Schnalstal wartet Reinhold Messner
Am Ein­gang zum Schna…
Auf dem Weg nach Katharinaberg
Auf dem Weg nach Kat…
Schloà Juval von Reinhold Messner
Die Bergbauern bei Ihrer harten Arbeit
Die Berg­bau­ern bei I…
Katharinaberg
Katha­rina­berg
Eishof im Pfossental
Eis­hof im Pfossental
Blick hinunter ins Pfossental
Blick hin­un­ter ins P…
Aufstieg zum Eisjöchl mit Schneefeldern
Auf­stieg zum Eisj&At…
Vom Eisjöchl zum Pfossental
Vom EisjÃ&par…
Stettiner Hütte
Stet­ti­ner &
Blick Richtung Pfelders
Blick Rich­tung Pfelders
Lazinser Alm mit Blick zum Eisjöchl
Lazin­ser Alm mit Bli…
Hier sind wir vom Eisjöchl abgestiegen
Hier sind wir vom Ei…
Roland Frida in der Texelbahn
Roland Frida in der …
Frida beim Wandern
Frida beim Wandern
Roland Katrin Frida am Wasserfall
Roland Kat­rin Frida …
Frida hat auch Hunger
Frida hat auch Hunger
Katrin Frida Gisela am Wasserfall
Kat­rin Frida Gisela …
Rundgang in Meran
Rund­gang in Meran
Katrin - Roland mit Frida - Dora - Gisela auf der Terrasse vom Hotel Waldhof in Völlan
Kat­rin — Roland mit …
Frühstück im Augustiner Brauhaus in der FuÃgängerzone
Frühs…
Biergarten am Chinesischenturm
Bier­gar­ten am Chines…
Biergarten im Viktualienmarkt
Bier­gar­ten im Viktua…
Bräustüberl in der Augustiner Brauerei
Bräus…

3 Kommentare zu “Meraner Höhenweg”

  1. Schöne Fotos der Wan­de­rung und ein lesens­wer­ter Bericht!

  2. […] Wei­tere Bil­der gibt es am Ende mei­nes Berichts im OM-MANE BLOG […]

  3. Sehr schö­ner Bericht! Lädt wie­der mal zu einer Wan­de­rung in der Texel­gruppe ein.
    Viele Grüße aus Süd­ti­rol, Monika

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