Meraner Höhenweg
Von Manfred Härtl | 19. Juli 2011 | Kategorie: Privat | 3 Kommentare
Heute bin ich mit meiner Frau Gisela nach Südtirol gefahren um auf dem Meranerhöhenweg zu wandern.
Über München – Garmisch – Reschenpass geht es nach Rabland bei Partschins. Hier habe ich eine Ferienwohnung auf dem Niedereben-Bauernhof gebucht, da nach der Tour unsere Tochter Katrin mit Roland und Tochter Frida nachkommen.
Das Auto bleibt am Bauernhof stehen und wir gehen in 1 Stunde zur Texelbahn. In wenigen Minuten sind wir auf dem Giggelberg 1.565 m und machen dort ein Rast. Um 17 Uhr starten wir die Tour. Die erste Stunde geht es schön auf dem Höhenweg mit leichten Auf und Ab nach Horchforch. Doch danach kommt ein Abschnitt wie in Nepal. Unzählige Stufen hinunter und wieder hinauf. Ich habe schon überlegt, das Meraner Land zu verklagen – von wegen schöner Höhenweg. Aber nach weiteren 1,5 Stunden ist auch dieser Abschnitt geschafft und wir kommen zum Pirchhof 1.445 m. Hier ein gepflegtes Weißbier und ein leckerer Kaiserschmarrn zum Abendessen. Ab 22 Uhr gehen wir öfters auf die Terrasse und beobachten die Bergfeuer in der Umgebung anläßlich des “Herz Jesu Sonntag”. Schönes Zweibettzimmer im alten Bauernhof.
4. Juli 2011
Ein hervorragendes Frühstück und Traumwetter erwarten uns heute. Der Weg führt an vielen Höfen vorbei und wir haben schöne Ausblicke in den Vinschgau. Bis zur Mittagspause in Kopfron gibt es nur eine Jausenstation in Innerforch 1.470 m. Hier auf der Terrasse über Naturns ein Radler und dann gehen wir weiter. Bei Lint biegen wir in das Schnalstal ab. Unser geplantes Mittagessen auf dem Dickhof 1.709 m entfällt wegen Umbau. Also weiter bis Kopfron 1.436 m. Hier ist die Bäuerin wegen vieler Gäste etwas überfordert. Wir machen nur flüssige Rast und gehen dann weiter. Bald taucht in der Ferne Katharinaberg 1.245 m auf. Aber es zieht sich doch noch hin bis wir das Dorf erreichen. Rast und Brotzeit im Gasthaus Schnalsburg. Nun müssen wir noch 1 Stunde hinauf zu unserem Bauerhof. Wir wohnen auf dem Untervernatschhof 1.500 m. Unser Zimmer im 600 Jahre alten Bauernhof ist auch so alt – aber sehr schön. Die Bäuerin begrüßt uns freundlich uns sagt: Getränke stehen im Aufenthaltsraum und morgen rechnen wir ab. Wir sitzen auf der Veranda und geniessen Weißbier und Radler. Zum Abendessen in der alten Stube gibt es eine leckere Suppe und dann Sauerkraut mit Wurst und Kartoffeln. Wir treffen hier eine kleine Gruppe aus unserer Gegend – Kirchenthumbach und Nürnberg. Bei Rotwein sitzen wir lange auf der Veranda und beobachten das schwere Unwetter draußen im Vinschgau. Später hören wir, dass im Martelltal und im Ultental schwere Unwetter mit Murenabgängen waren. Im alten Bauerhof fühlen wir uns sicher.
5. Juli 2011
Wieder ein sehr gutes Frühstück stärkt uns für den heutigen Tag. Ein interessanter Wanderweg oberhalb des Schnalstales bringt uns in das Pfossental und nach Nasereith. Hier eine Trinkpause bevor es weiter nach Vorderkaser zum Gasthof Jägerrast 1.693 m geht. Hier gibt es eine bekannte Käserei. Eine gute Speckknödelsuppe stärkt uns für den weiteren Weg ins Pfossental. Das Tal weitet sich und es ist hier schön zu wandern. Vorbei am Mitterkaser (schön Alm mit Jausenstation) gehen wir bis zur Rableidalm 2.004 m. Wir sitzen im Garten vor dem urigen Alm – hier gibt es auch Übernachtungsmöglichkeiten – aber total ausgebucht. Wir haben aber schon vor Wochen im Eishof reserviert. Nach der Stärkung starten wir zu letzten kurzen Etappe bis zum Eishof 2.071 m. Die Wirtin gibt uns ein Doppelbett im 6-Bettzimmer. Bis zum Abendessen sitzen wir vor der Alm – teils noch in der Sonne. Das Abendessen ist wieder lecker und wir sitzen in der Stubn noch mit anderen Gästen zusammen. Um 22 Uhr ist Bettruhe. Aber ich habe noch keine Lust zu gehen – ebenso ein Baden-Württemberger. Die Wirtin gibt uns noch Wein und sagt: Setzt Euch in die kleine Stube da stört ihr niemand. Wir unterhalten uns hier noch lange auch über Nepal. Vielleicht kommt er mal mit.
6. Juli 2011
Wieder mit einem guten Frühstück gestärkt geht es heute auf die Königsetappe. Zuerst weiter im Tal gemütlich aufwärts bevor der Anstieg zum Eisjöchl 2.895 m wartet. Ohne große Steigungen steigen wir in 3 Stunden zum Eisjöchl hinauf. Kurz vor dem Pass müssen wir einigemale über kleinere Schneefelder. Es geht aber alles ohne Probleme. Vom Eisjöchl herrliche Ausblicke Richtung Pfossental und Richtung Pfelders. Wenige Meter hinunter und wir sitzen vor der Stettiner Hütte 2.875 m. Ein Weißbier und eine Speckknödelsuppe warten auf mich.
Nun heißt es zu entscheiden wie es weitergehen soll. Unser Plan ist: Auf der Stettiner Hütte übernachten und am nächsten Tag von hier zu den Spronser Seen zu wandern. Aber für den nächsten Tag ist schlechtes Wetter angesagt und Gisela meint es ist bestimmt nicht schön, wenn wir morgen 6 Stunden im Regen laufen müssen. Von der Stettiner Hütte bis zu den Spronser Seen gibt es keine Unterstell– oder Einkehr-Möglichkeit. Wir beschließen also abzusteigen. Steil geht es nun 1.200 m hinunter nach Pfelders. Ich habe mir in der Hütte einige Telefonnummern aufgeschrieben. Und unterwegs versucht ein Zimmer zu bekommen. Erst auf der Lazinser Alm 1.782 m hatte ich Glück eine Pension zu bekommen. Hier auf der Alm eine Stärkung und dann den letzten Abschnitt bis Pfelders hinunter. In Pfelders 1.628 m angekommen merke ich meine kaputten Knie und bin froh dass der heutige Tag zu Ende ist. Wir wohnen wunderschön in der Pension Rosmarie. Kleiner Dorfrundgang und Abendessen in einem Gasthof. In der Bar unserer Pension dann noch Rotwein und anschließend Super geschlafen.
7. Juli 2011
Nach dem tollen Frühstück sieht das Wetter nicht so besonders aus. Wahrscheinlich war unsere Entscheidung richtig. Wir gehen weiter auf dem Meraner Höhenweg und nach einer Stunde beginnt es zu regnen. Glücklicherweise ist ein der Nähe eine Gaststätte und wir warten dort bis es aufhört. Tatsächlich dauert der Regen nicht lange und wir gehen weiter. Ab Außerhütt 1.4547 m geht es nun im Wald weiter auf und ab. Dieser Abschnitt gefällt mir nicht so gut, da wir fast nur im Wald laufen und nichts sehen können. Mittags erreichen wir Ulfas 1.328 m – hier gibt es keine Einkehr und darum müssen wir noch weiter bis Christl 1.132 m. Auf dem Unterchristl Hof gibt es eine Jausenstation. Hier trinken wir etwas und beschließen dann nach St. Martin im Passeiertal abzusteigen, da nach der Karte der Weg überwiegend im Wald weitergeht. Sehr steil geht es nach St. Martin hinunter – ich merke meine Knie wieder. In St. Martin geht Gisela in die Touristinfo und wir bekommen eine einfach gute Pension. Zum Abendessen gehen wir in das Brauhotel Martinerhof und ich stärke mich mit einem Steak und gutem Bier aus der einzigen Hausbrauerei Südtirols.
8. Juli 2011
Nach dem wieder guten Frühstück lassen wir die Wanderung gemütlich ausklingen und wandern an der Passer entlang bis nach Saltaus. Von hier nun mit dem Bus nach Meran und weiter mit dem Zug nach Rabland. Am Nachmittag ist dann die Wanderung auf dem Meraner Höhenweg zu Ende. Das Wetter am 7. Juli war doch nicht so schlecht wie gemeldet und wir hätten schon über die Spronser Seen gehen können. Aber das holen wir noch nach. Insgesamt kann ich sagen es war doch eine schöne Tour – wenn ich auch anfangs geschimpft habe. Wer diese Tour gehen will, soll unbedingt die Übernachtungsmöglichkeiten vorbuchen, das überall doch ziemlich voll war. Essen und Schlafen war überall hervorragend.
Am späten Nachmittag kommen dann Katrin, Roland und Frida auf dem Bauernhof an. Wir haben eine tolle Ferienwohnung mit 2 Schlafzimmern und einem Wohnbereich mit Küche. Die Bäuerein Lisa macht uns zum Abendessen eine leckere Platte mit Südtiroler Spezialitäten vom Hof mit Bier und Wein.
9. – 12. Juli 2011
Die nächsten Tage verbrachten wir in der Umgebung von unserem Bauernhof.
Am Samstag 09. Juli waren wir in Meran unterwegs. Roland musste Geo-Cache suchen – auch die nächsten Tage.
Der Sonntag 10. Juli führte uns zum Wasserfall von Partschins und Nachmittag zum Eisessen nach Partschins.
Am Montag 11. Juli trafen wir uns um 10 Uhr an der Texelbahn mit Dora vom Hotel Waldhof in Völlan. Sie war schon oft mit uns in Nepal und wollte die nächste Tour im Herbst besprechen. Wir fuhren mit der Texelbahn nach Giggelberg hoch und wanderten nach Hochforch. Hier Mittagspause und dann zurück nach Giggelberg und mit der Seilbahn hinunter nach Partschins. Anschließen lud uns Dora noch in ihr Hotel “Der Waldhof” in Völlan ein.
Am Dienstag 12. Juli war dann die Abreise. Katrin mit Roland und Frida fuhren weiter nach Österreich. Gisela und ich fuhren nach München und waren noch bis Donnerstag in München beim Biergarten testen und im Konzert mit Ringo Star.
10 schöne Tage waren bald vorbei.
Hier einige Bilder von der Tour:









Facebook
Schöne Fotos der Wanderung und ein lesenswerter Bericht!
[…] Weitere Bilder gibt es am Ende meines Berichts im OM-MANE BLOG […]
Sehr schöner Bericht! Lädt wieder mal zu einer Wanderung in der Texelgruppe ein.
Viele Grüße aus Südtirol, Monika