Höhenkrankheit
Merkblatt des Auswärtigen Amtes
Wenn Reisen ins Hochgebirge vernünftig vorbereitet werden, besteht für Gesunde nur ein geringes Risiko. Sogar gute Erholung ist möglich. Touristen und Reisende im Hochgebirge gehen aber selbst aus Unwissenheit unnötige Risiken ein. Hierzu zählen besonders: Bergunfälle: ausgelöst durch Symptome der Höhenkrankheit wie Müdigkeit, Schwindel oder psychische Fehlleistungen (3 % der Expeditionsteilnehmer kommen nicht lebend zurück!!), und Höhenkrankheit: Allgemeinsymptome (s.o.), durch Rast oder Abstieg Besserung, tödlicher Verlauf (Lunge, Niere, Gehirn) aber möglich. Dabei ist das Erkrankungsrisiko bei den gesunden Erwachsenen etwa gleich (Raucher gleich Nichtraucher, Sportler gleich Untrainierte, Alte gleich Junge!). Kinder und Kleinkinder haben ein etwas höheres Risiko. Herz-Kreislauf– und Lungenkranke sollten sich nicht über 2.000 m Höhe aufhalten.
Da vernünftiges Verhalten auch noch nach Beginn der Erkrankung Vielen helfen kann, sind folgende Hinweise notwendig:
I. Prophylaxe Die Höhenkrankheit und ihre Folgen werden vermieden: — in Höhenlagen unter ca. 2.500 m, und — bei langsamen Aufstieg, nicht schneller als 300 m Höhe pro Tag; So kann es sehr hilfreich sein, zur Eingewöhnung eine Woche auf etwa 3.000 m zu bleiben, und dann erst langsam weiterzusteigen. Durch langsame (!) Gewöhnung an die Höhe, d.h. “richtige Höhentaktik”, werden schwere Zwischenfälle vermieden: Die Höhenkrankheit ist ein besonderes Risiko für Reisende in Eile!
II. Die Erkrankung Akute milde Höhenkrankheit: Sie ist häufig (bei ca. 30 % der Bergwanderer über 3.000 m) und wird ausgelöst durch “höhentaktische Fehler” bei der Höhenanpassung wie Überanstrengung und Eile beim Aufstieg, Alkohol, Flüssigkeitsdefizit durch Schwitzen, auch Infekte und Schlafmittel verschlimmern den Verlauf. Allgemeine Symptome wie Kopfschmerz, Schwindel, Schwäche, Sehstörungen und psychiatrische Störungen wie Kritiklosigkeit, Überaktivität, vernunftwidriges Verhalten werden oft noch toleriert, sind aber besonders gefährlich durch Auslösen schwerer Bergunfälle. Auch ohne Unfall fördert der weitere Anstieg unter Beschwerden die Verschlimmerung des Zustandes; Dann beginnt häufig die manifeste schwere Höhenkrankheit: Wasser lagert sich in Lunge und/oder Gehirn ein und führt zu lebensbedrohlicher Situation: Lungen– und/oder Hirnödem. Nur schnelle Therapie durch raschen Abtransport unter 2.500 m Höhe, Sauerstoff und Medikamente können helfen.
III. Erkennen der Gefahr 1. Frühzeichen: Kopfschmerz, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, kurze nächtliche Atemstörung, Leistungsabfall, Wasserödeme unter der Haut, Sehstörung, Herzschlag beschleunigt um über 20 %; 2. Warnzeichen: Rapider Leistungsabfall, konstante, schwere Kopfschmerzen, Atemnot bei Anstrengung, nächtliche Atemnot in Ruhe, schnelle Atmung, Herzjagen, Schlaflosigkeit, schwere Übelkeit, Erbrechen, trockener Husten, Gleichgewichtsstörungen, Schwindel., Benommenheit, Lichtempfindlichkeit, Gang-/Stehunsicherheit, weniger als ½ l Urinausscheidung pro 24 Stunden; Patient darf nicht alleine absteigen! 3. Alarmsystem: schwerkranker, bewußtloser oder “verrückter” Patient, Atemnot in Ruhe, schwerer Husten mit braunem Auswurf, Bewegungsstörungen, Druck auf der Brust, rasselnde Atmung.
IV. Maßnahmen
Alle Symptome, die nicht durch Rast oder Ruhelage allein verschwinden, erzwingen den zügigen Abstieg auf Höhen unter 2.500 m. Es ist im Gebirge besonders gefährlich, Früh– und Warnzeichen des Körpers durch Medikamente oder “eisernen Willen” zu überspielen.
Bei Frühzeichen (1) gilt: zumeist ist eine Nachtruhe auf gleicher Höhe verantwortbar. Verschwinden alle Probleme in Ruhe, kann der Betroffene möglicherweise langsam weiter aufsteigen.
Bei Warnzeichen (2) gilt: nur der sofortige, auch nächtliche Abstieg kann helfen. Warten auf gleicher Höhe ist gefährlich. Bei Alarmsymptomen (3) gilt: aktuelle Lebensgefahr! (Daß in einer Deutschen Botschaft bereits ein Kühlraum für derartige Todesfälle eingerichtet werden mußte, mag manchen doch zu Risikoeinsicht, sorgfältiger Vorbereitung und zeitgerechter Höhenanpassung veranlassen.) Ist ein Abstieg nicht möglich, weil z.B. keine Träger zur Verfügung stehen, schlechtes Wetter auch die anderen gefährdet, oder keine tiefere Lage erreichbar ist (z.B. auf Hochebenen), so wird fremde Hilfe benötigt. Die nächste Polizeistation kann i.d.R. über Funk Kommunikation mit Rettungsdiensten herstellen (s.u.). Ein Ausfliegen aus dem Gebirge gelingt oft nicht, denn — die Rettung benötigt länger, als der Patient aushält; — der Standort des Patienten ist nicht exakt zu ermitteln; — Rettungsdienste starten erst nach Kostenübernahme (versichert?); — der Patient kann oft nur auf einem Berg abgeholt werden, d.h., erneuter Transport nach oben (!), Verschlimmerung des Zustandes. Ein Abtransport durch Träger ist meist möglich, dauert aber oft zu lange für den Patienten in Lebensgefahr (s.u. “hyperbare Kammer”). Die sichere Prophylaxe (langsame Höhenanpassung!) ist bekannt und einfach, wird aber selten realisiert. Prophylaktische Medikamente sind für die Routine umstritten; empfohlene, wirksame Medikamente zur Therapie im Falle einer schweren Erkrankung sind dem Arzt vorbehalten (Nifedipin, Furosemid). Sauerstoff aus mitgeführten Flaschen hilft nur, Zeit für den Transport zu gewinnen.
Das Auswärtige Amt kann keine Verantwortung oder Haftung für die medizinischen Informationen übernehmen. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.
ZUSATZ vom OM-MANE Trekking
Unsere Tagesetappen sind so angelegt, dass Sie im Normalfall keine Höhenprobleme bekommen. Voraussetzung ist dass Sie am Tag mindestens 4 Liter !!! trinken. Gehen Sie langsam und halten Sie unbedingt die angegebenen Etappen ein.
Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Guide und warten nicht bis es vielleicht zu spät sein kann.

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