Annapurna Umrundung Oktober 2011
Von Manfred Härtl | 8. November 2011 | Kategorie: Nepal | 4 Kommentare
Wir starten am Montag, 17.10.2011 von Kathmandu mit dem Bus nach Besisahar. Schon am Stadtrand von Kathmandu beginnt ein 2-stündiger Stau und wir kommen deshalb erst um 17 Uhr in Besisahar an. Daher eine Nacht im Hotel in Besisahar 760 m und am nächsten Tag mit dem Jeep nach Bhulbhule zum Trekkingstart.
Der erste Tag führt uns durch Reisfelder über Bahundanda nach Ghermu 1.200 m. Am nächsten Tag über die große Hängebrücke bei Syange — weiter auf der neuen Straße (besserer Feldweg) nach Jagat zur Mittagspause und dann 2 Stunden steil hinauf nach Tal. An diesem Tag merke ich, dass Lena versucht mit den schnelleren Teilnehmern mitzuhalten und sich dabei sehr anstrengt. Ich sage ihr deshalb, sie soll am Ende der Gruppe mit mir langsam gehen. Sie erklärt mir, dass sie noch nie eine Trekkingtour gemacht hat. Ich lerne ihr wie man bei den Anstiegen geht, ohne aus der Puste zu kommen. Step bei Step — nach 30 Minuten Trinkpause — nach einer Stunde Pause im Teehaus. So kommen wir ohne Anstrengungen gut vorwärts und sind auch nicht viel langsamer als die Gruppe in Tal 1.700m. Wir wohnen in der schönen Mona Lisa Lodge.
Hinter Tal wandern wir im enger werdenden Abschnitt am Marsyangdifluss bis Dharapani und weiter bis zur Mittagspause in Bagarchap. Anschließend führt uns der steiler werdende Weg durch Regenwald hinauf nach Timang 2.270 m. Leider ist es am nächsten Tag bewölkt und wir können die Aussicht zum Manaslu nicht genießen. Es ziehen mehr Wolken auf und es regnet auch leicht — stört uns aber kaum. Der Weg nach Koto geht durch Felder und vorbei an Bauernhöfen. Nach einer Pause in Koto wandern wir zum Hauptort Chame und legen hier die Mittagspause ein. Vorbei an Feldern, durch schönen Wald erreichen wir nach einem letzten Aufstieg unsere Lodge in Dhikur 3.060 m. Eine schöne Lodge mitten im Wald vor Pisang.
Am nächsten Morgen gehen wir bei herrlichstem Wetter nach Pisang 3.300 m und besuchen das Kloster. Für viele in der Gruppe ist es der erste Besuch in einem Buddhistischen Kloster und wir freuen uns über den uns von einem Mönch angebotenen Tee. Ich trinke Buttertee — die Anderen vertrauen lieber dem normalen Tee. Wir sitzen lange auf den Stufen des Klosters in der Sonne und genießen den überwältigenden Ausblick auf die Annapurna II 7.937 m gegenüber. Durch den interessanten alten Teil von Pisang geht es weiter auf einem schönen Hangweg durch Pinienwald zum Rastplatz bei einer großen Manimauer vor dem Anstieg nach Ghyaru. Ausgeruht steigen wir nun steil nach Ghayru 3.670 m hinauf. Hier ist einer der schönsten Plätze in Nepal für einen Frühschoppen mit Mittagspause. Auf der Terrasse genießen wir die Aussicht aus das Annapurnamassiv gegenüber. Gestärkt nehmen wir den wunderschönen Höhenweg nach Nawal in Angriff. Ständig begleiten uns die tollen Ausblicke auf das Annapurnamassiv bei wolkenlosem Himmel. In Nawal 3.657 m wohnen wir in der neuen Shantilodge und freuen uns über den warmen Ofen in der Lodge.
Am nächsten Morgen gehen wir nicht den allgemeinen Weg nach Braga, sondern einen von mir vor Jahren entdeckten Weg über das kleine Dorf Chulu. Unterwegs besuchen wir eine tibetische Klosterschule. Leider sind die Kinder gerade in Ferien aber wir können das Kloster besichtigen. Wieder durch schönen Pinienwald wandern wir gemütlich nach Braga 3.360 m. Hier wartet das wunderbare New Yakhotel mit schönen Zimmern (mit Toilette), sehr gutem Essen, deutscher Bäckerei, Internet, sehr warmen Speiseraum und liebenswerten Gastgebern auf uns. Ich bin seit 10 Jahren hier und fühle mich immer gut aufgehoben.
Damit alle eine gute Höhenanpassung bekommen, bleiben wir 4 Nächte in diesem schönen Hotel. Am nächsten Tag startet die Gruppe einen Ausflug zur Milarepa Höhle in einer Höhe von fast 4.000 m unmittelbar an der Nordwand der Annapurna III 7.555 m. Ich bleibe im Yak Hotel, da es hier Internet gibt und ich so meine Mails bearbeiten kann. Mittags sind die Gäste von einem schönen und interessanten Ausflug zurück. Am Nachmittag besichtigen wir das Dorf Braga mit einem der ältesten Klöster Nepals.
Hannelore, Gerhard und Matthias gehen heute mit Gumann zum Eissee in 4.500 m Höhe. Lena, Britta, Jürgen wollen nicht so hoch steigen. Sie gehen daher mit mir zu einem Aussichtspunkt auf über 4.000 m. Nach 2 Stunden haben wir diesen schönen Aussichtspunkt erreicht und genießen die wunderbare Aussicht auf das Annapurnamassiv. Auf dem Rückweg besuchen wir noch ein Frauenkloster. Leider können wir wegen einer Meditation das Innere des Klosters nicht besichtigen. Aber wir werden von den Nonnen mit Tee und Gebäck verwöhnt. Am Nachmittag sind alle wieder in Yak Hotel versammelt. Alle hatten einen schonen und erlebnisreichen Tag.
Am letzten Tag in Braga starten wir Richtung Manang. Unterwegs besuchen wir auf einem Hügel eine alte Burg und ein altes Kloster. Hier können wir das interessante Kloster auch innen besichtigen. Anschließend weiter nach Manang und dann steigen wir auf der Gletschermoräne der Gangapurna zu einem Aussichtspunkt auf. Hier oben ist ein kleines Teehaus und wir genießen die tolle Aussicht und ich ein Bier zum Frühschoppen. Lange sitzen wir hier in der Sonne. Später machen wir in Manang Mittagspause und den Nachmittag kann jeder frei gestalten, bevor es nach Braga zurück geht.
Herzlicher Abschied von unseren Gastgebern – jeder bekommt einen Kata (Glücksschal) von der Wirtin überreicht. Dann beginnt der dreitägige Aufstieg zum Thorung La. Zuerst geht es wieder nach Manang dann weiter immer stetig aufwärts bis zur Mittagspause in Ghusang 3.900 m. Unser Tagesziel ist Yak Kharka (Yakweide) 4.018 m.
Heute wandern wir über Yakweiden und sehen dabei die Yaks ganz nahe. Ich finde es sind schöne Tiere und bin jedes mal begeistert wenn ist sie sehr. Pause in Ledar. Dann weiter aufwärts bis zu einem Teehaus nach der neuen großen Hängebrücke. Nun noch eine Stunde bis zur Mittagspause in Thorung Pedi 4.450 m. Unterwegs müssen wir noch einen großen Erdrutsch überqueren. Die großen Felsbrocken hängen bedrohlich über uns und drohen jeden Moment herunter zu fallen. Im gemütlichen Aufenthaltsraum ein gutes Mittagessen. Alle sind fit und gut an die Höhe angepasst weshalb wir beschließen im Thorung Highcamp 4.925 m zu übernachten. Eine gute Stunde geht es steil zum Highcamp hinauf. Lena und ich gehen unseren Schritt und kommen ausgeruht dort an. Subedi hat schon für uns die Zimmer reserviert. Subedi ist während der gesamten Tour immer voraus gelaufen und hat in den Lodges für uns die Zimmer organisiert.
Früh am Morgen um 6:30 Uhr starten wir den Aufstieg zum Thorung La. Ich bin nicht so verrückt wie viele Trekker, die schon um 4 oder 5 Uhr im Dunklen mit Stirnlampen starten. Mit unserem gewohnten Schritt kommen Lena und ich nach einer Stunde im Teehaus an. Die anderen der Gruppe sind schon da und auch gut drauf. Lena ist überrascht, dass wir mit unserem langsamen Schritt trotzdem andere Trekker überholen. Wir werden nun öfters von Trekkern auf Pferden überholt. Diese haben sich überanstrengt oder trauen sich den Aufstieg zum Pass nicht mehr zu. Nach einer Teepause geht es weiter aufwärts Richtung Pass. Unterwegs immer wieder wunderbare Ausblicke auf die unzähligen Gipfel bei einem Traumwetter. Eine letzte Trinkpause obwohl ich weis dass hinter der nächsten Kurve der Pass ist. Lena fragt: wie weit es noch ist – ich sage es dauert noch ein wenig. Nach 5 Minuten ist sie überrascht, dass wir nun den Pass erreicht haben und sie ist sehr glücklich. Unsere Gruppe sitzt am Teehaus in der Sonne und wir beglückwünschen uns alle gegenseitig. Wir sind sehr froh erfolgreich und ohne Probleme den Thorung La 5.416 m erreicht zu haben. Ich bin den gesamten Aufstieg hinter Lena gegangen und so ausgeruht wie noch nie auf dem Pass angekommen. Lena wundert sich, dass sie diese Höhe ohne Anstrengung erreicht hat. Wir bleiben eine Stunde bei Traumwetter auf dem Pass, machen viele Fotos und hängen unsere Gebetsfahnen auf. Nun steigen wir in 3 Stunden 1.600 m bis zum ersten Teehaus ab. Eine Suppe und ein Bier bevor wir noch eine Stunde bis nach Muktinath laufen. In Muktinath 3.760 m beziehen wir gute Zimmer in der Lodge und genießen das Abendessen und feiern mit einem Bier den Erfolg. Alle sind glücklich.
Bevor wir nach Kagbeni absteigen besuchen wir noch das Heiligtum von Muktinath. Hier fülle ich eine Wasserflasche mit heiligem Wasser für Om und besorge im Tempel geweihtes Tika Pulfer für ihn. In einer buddhistischen Gompa sehen wir Feuer und Wasser. Hier entspringt eine Quelle und daneben brennt ein Feuer vom Gas das hier aus dem Boden kommt. Ein ganz heiliger Platz: Feuer – Wasser – Luft, die Grundelemente.
Anschließend starten wir Richtung Kagbeni. Wegen der neuen Straße ist nun ein kleiner Teil von Mustang für die Trekker freigegeben. Wir gehen diesen neuen Weg über Purang und Jhong nach Kagbeni. Der Weg ist viel interessanter als auf der Straße nach Kagbeni zu wandern. In Jhong machen wir Mittagspause und besichtigen die Burg und das Kloster. Am Späten Nachmittag erreichen wir Kagbeni und wohnen in der schönen New Annapurna Lodge.
Den Abschluss der Tour bildet eine 3-stündige Wanderung durch das Kali Kandaki Tal nach Jomsom. Ich fahre mit den Trägern mit dem Jeep nach Jomsom. Die Gruppe wandert mit Guman nach Jomsom. In der Tilicho Lodge in Jomsom feiern wir am Abend den Abschluss der schönen Trekkingtour und Gumann sowie die Träger bekommen ihr verdientes Trinkgeld. Am nächsten Morgen starten wir nach bangem Warten den Flug nach Pokhara. Ein warmer Tag in Pokhara erwartet uns. Ausruhen, Biergarten, Einkaufen und eine gute Nacht im Hotel Kantipur runden die Tour ab. Am nächsten Nachmittag fliegen wir nach Kathmandu zurück.
Obwohl ich mir schon oft geschworen habe: niemehr über den Thorung La ist nun meine 15. Überquerung des Passes vorbei — und es war wieder wunderschön.
Hier die Bilder von der Tour von Lena Blinshteyn
























































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… wunderschöne Tourbeschreibung und Fotos
… haben im November unser Dörfchen “Kharikhola” bei eher schlechteren Bedingungen besucht — http://www.kharikhola.de — LG aus Bayern, Hubert
Unglaublich beeindruckende Bilder! und ein toller Bericht! Kann es nicht erwarten, die Tour für nächstes Jahr bei Euch zu buchen!
Schöne Bilder! Da bekommt man gleich Sehnsucht
Liebe Katl,
ich glaube da musst noch warten bis Frida um einiges größer ist.